Willkommen in der Hermes Hölle

Kafka hätte es sich nicht besser ausdenken können

Normalerweise hasse ich diese Art von Blogposts, die nur den Zweck haben ein Ungemach, dass man mit einer Firma mal zufällig hat, öffentlich anzuprangern. Was nützt das, außer dem eigenen Ego? Aber so leid es mir tut, bei Hermes kommt nur eine von zehn Sendung tatsächlich bei mir zu Hause an und das hat wahrscheinlich System.

Leider kann ich mir ja nicht aussuchen, mit welchem Dienst die Ware versendet wird. Wenn ich die Wahl hätte, wäre das DHL. Nun also dann wieder einmal zwangsläufig Hermes. Kurze Zeit später dann die E-Mail: Die Adresse konnte nicht ermittelt werden. Also in die Sendungsverfolgung rein. Kein Möglichkeit einen Paketshop auszuwählen, bitte Kontakt aufnehmen. Ok, E-Mail geschrieben. Meine Strasse ist eine ganz gewöhnliche Strasse, allerdings in der Mitte durchbrochen durch einen Spielplatz und danach eine Einbahnstrasse. Die Navisysteme (openstreetmaps, google) kennen meine Adresse. Man könnte ja auch einen Passanten fragen.

Die übliche halbautomatische Antwort: Bedauern, neuer Zustellversuch. Ich warte zwei Tage, nix passiert. Erneut Kontakt aufgenommen. Gleiche Antwort, zwei Tage warten, nix passiert. Erneut Kontakt aufgenommen, diesmal erwähnt, dass es zwei Kisoke mit Hermes in der Nähe gibt. Halbautomatische Antwort: Zustellort wurde geändert. Welcher das ist, habe ich bis jetzt nicht herausfinden können. Ich warte jetzt also nochmal zwei Tage und schau mal was passiert.

Offensichtlich stehen die Paketzusteller*innen bei Hermes unter so einem Druck, dass ihnen die Zeit fehlt, nach meinem Haus zu suchen. Oder sie haben einfach zu viel zu tun. Das laste ich den Zusteller*innen nicht an. Aber ich habe keine Lust dieses Hermes-System länger zu unterstützen und werde meiner Familie erklären, dass wir nichts mehr bestellen, wo nur mit Hermes versendet wird. Ich selbst bestelle ja eh so gut wie nie was im Internet. Gerne zahle ich für den Versand fünf Euro mehr, wenn ich DHL wählen kann. Die haben nette Zusteller*innen und nach allem was ich mitbekomme auch vernünftige Tarifverträge.

Windows XP in 2020 noch aktivieren?

Ja, das geht tatsächlich

Tja, man glaubt es nicht, aber ich nutze auf einem Rechner immer noch Windows XP. Das ist ein alter Lenovo T61 den ich ausschließlich als Musikrechner nutze und der natürlich niemals nie ans Internet angeschlossen wird. Nun ist mir die Festplatte kaputt gegangen und ich musste den Rechner neu aufsetzen. Windows XP installiert, kein Problem. Aber wie aktivieren? Ich habe es telefonisch versucht und siehe da: Nach langer Zahlentipperei, einmal im Telefon, dann in den Computer wurde Windows XP aktiviert. Und das im Jahr 2020. Ich bin angenehm überrascht. Das alles mal ganz ohne Hacks ohne irgendwelche Tricks, einfach so wie es sein soll. Wer hätte das gedacht.

Mein Twitter Dilemma

Bin wohl doch zu alt für den Scheiß

Vor ein paar Monaten bin ich wieder bei Twitter eingestiegen. Ich dachte, als Musiker wäre so ein Twitter Account vielleicht doch eine gute Sache. Ich habe mir geschworen, es ruhig angehen zu lassen und den Account @DLIKDH nur für Musik und meine Band zu nutzen. Ach hätte ich doch nur geahnt, was für eine Büchse der Pandorra ich da wieder geöffnet habe.

Kaum war ich wieder etwas aktiver, wurden mir Tweets empfohlen, die ich Narr mir in meiner naiven Neugierde auch immer brav anschaute, teilte und kommentierte. Ich war „engaged“, wie man so schön sagt. Oder auf gut deutsch: Ich war voll druff.

Dann trendete #RassismusGegenWeiße in Deutschland und ich war so was von auf der Palme. Da musste ich dagegen halten, meine Meinung twittern, meine Solidarität mit #BlackLivesMatter bekunden. Ich bin ja einer von der Guten. Allein: Ein gutes Gefühl stellte sich nie ein. Ich habe keinen Rassisten zum Nachdenken oder gar zum Schweigen gebracht. Ich habe nur getwittert. Ich habe Links geteilt. Ich habe retweetet. Aber all das mit dem schalen Beigeschmack des Clicktivism. Ich war nichts anderes als ein Sesselpupser.

Und wieder einmal, wie vor ein paar Jahren schon, wurde mir klar, dass Twitter so gar nichts für mich ist. Ich habe meine Bedenken getwittert und von einem sehr guten Freund eine sehr nette E-Mail bekommen, die es auf den Punkt bringt.

Twitter füttert mich mit der Illusion, es sei wichtig, was ich denke und sage. Aber es ist, das mag meine persönliche Philosophie sein, vollkommen unwichtig, was ich denke oder sage. Das einzige was zählt ist die Handlung. Nur was ich wirklich tue, definiert mein Leben. Was ich jetzt hier und in diesem Moment mein Leben existentiell gestalte. Nicht, was ich denke oder wie ich mich fühle. Twitter lebt von der Illusion, Meinung sei wichtig. Meinung ist komplett scheißegal. Die einzige Wahrheit liegt im Handeln. Handeln formt die Welt und das Leben. Und an schlechten Tagen zerstören Twitter und Internet mein Handeln. Digitale Medien sind in einem durchaus heiddegerischen Sinne un-eigentlich. Sie entfremden mich von meiner Existenz.

Ich möchte ergänzen, dass ich durchaus einen Sinn im geschriebenen Wort sehe. Als Bewusstwerdung, als Ausdruck eine Haltung, als Anregung, als Beitrag zu einem Diskurs. Nach wie vor glaube ich, dass die Blogs so etwas leisten können.

Aber bei Twitter finde ich davon nur sehr wenig. Hin und wieder gibt es den einen Tweet, der mich nachdenken lässt. Aber der wird dann von tausenden Tweets des Inhalts „Ich auch.“ – „Ich nicht.“ – „Wieso?“ – „Wieso nicht?“ mit sinnlosem Rauschen überlagert. Frei nach dem Motto: Es wurde schon alles gesagt, nur noch nicht von allen.

Ich stelle also wiederholt fest, dass Twitter mir nicht gut tut. Ich habe inzwischen die Push Nachrichten und die „Tweet Empfehlungen“ ausgeschaltet. Ich werde nun in mich gehen und mir ein paar Twitter-Regeln für mich selbst überlegen. Und dann in Ruhe entscheiden, ob Twitter nicht vielleicht doch zu klein ist für Donald Trump und mich.

Daddelnd durch die Kontaktsperre

Meine liebsten Handy-Spiele.

Vor ein paar Jahren habe ich Twitter durchgespielt und bin kläglich am Endgegner gescheitert. Danach habe ich mein Smartphone lange nur noch zum telefonieren und Go-Spielen benutzt. Nun habe ich mir aber wieder ein paar Spi3le installiert, von denen die folgenden Spiele den 6-Wochen-Corona-Shutdown-test-of-time bestanden haben. Die Links auf die App-Stores spare ich mir, ihr […]

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Suchen, finden, passt! – Mist, doch nicht!

Großer Spaß mit den Exit-Puzzlen von Ravensburger

In unserer Familie ist es inzwischen Tradition, dass wir über Weihnachten (also zwischen den Jahren) ein 1000 Teile Puzzle auf den Tisch bringen und es dann gemeinsam zusammen puzzlen. Wobei das so nicht ganz stimmt. Denn am Ende erwischt mich meine Familie regelmäßig dabei, wie ich kurz vor dem zu Bett gehen „noch kurz“ ein, […]

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Ein paar Gedanken zu Diversity in der Science Fiction

Frauen dominieren das Genre?

In den letzten Jahren (sagen wir mal ab 2014) finden sich auf der Shortlist für den Hugo Award immer mehr Autorinnen, die nicht mehr das althergebrachte Schema erzählen wollen von weißen Männer, die in glorreichen Weltraumschlachten die Demokratie ins All bomben. Stattdessen ist Diversity, Gender und die Suche nach der eigenen Identität das Thema der […]

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Der Kaiser ist nackt

Sprachprobleme der Modernen Kunst #1

Gerade erreicht mich eine Ankündigung für eine Aktion, oder eine Performance, oder eine Installation, oder was auch immer, auf jeden Fall ein Stück moderner Kunst. Ich lese: In der Wechselwirkung von Sound, Installation, beweglichen und eher statischen skulpturalen Setzungen, ihren Transformationen, Verschiebungen und deren Abbrüchen wird das thematische Feld des Kritischen dialektisch umspielt: Rasterung und […]

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Eine kurze (!) Einführung in das Go Spiel

Und ein hoffentlich langes Leben, um es zu meistern

Vor etwas über vier Jahren habe ich einen längeren Beitrag über das Go-Spiel geschrieben. Seit dem bin ich etwas besser geworden, habe neue Einsichten gewonnen und inzwischen hat sich bei den Apps, Webseiten und Tutorials auch einiges getan. Höchste Zeit also für ein kleines Update und vor allem: Einen kurzen Einstieg in das Go Spiel. […]

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Ich unterstütze die Verfassungsbeschwerde gegen das Polizeigesetz NRW

Wer ist noch dabei?

Ich bin seit Jahren Mitglied bei Digitalcourage e.V. und bekommen dementsprechend Informationen über die Verschärfung der Polizeigesetze in den einzelnen Bundesländern. Die Einzelheiten muss ich hier nicht ausbreiten, entweder ihr wisst davon oder es ist euch egal, da kann ich dann auch nix machen. Ich habe gerade die Verfassungsbeschwerde gegen das Polizeigesetz NRW unterstützt. Ja, […]

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