DSGVO und die Folgen

Lasst uns die Kuh melken

Es war ja nur eine Frage der Zeit, bis ich eine E-Mail erhalte, in der versucht wird mit der DSGVO etwas zu verdienen. Die gute Nachricht: Es war keine Abmahnung. Die schlechte Nachricht: Es wirkte auf mich nicht besonders seriös. Hier ein kleiner Auszug:

Bei der Überprüfung Ihrer Webseite XXXXXX haben wir festgestellt, dass es sich um die WordPress Version 3.3.2 handelt. Leider enthält diese veraltete Version bereits 41 öffentlich bekannte Sicherheitslücken.

Zusätzlich ist uns hinsichtlich der neuen DSGVO aufgefallen, dass Ihre Webseite noch kein HTTPS benutzt. Dies ist aber bei Datenübertragungen, wie z.B. Anmeldungen oder Kontaktformularen zwingend notwendig, um nicht gegen die aktuelle DSGVO zu verstoßen.

Die Behörden verhängen Strafen in Höhe von € 20 Mio EUR oder 4% des weltweiten Jahresumsatzes der Firma.

Das mit der veralteten Version stimmt, mit dem nicht vorhandenen HTTPS stimmt auch. Ich bin ein Schlendrian. Es ist aber auch eine Seite, die quasi vor sich hingammelt.

Allerdings gibt es auf der Seite weder ein Kontaktformular, noch eine Kommentarfunktion, kein Google Analytics oder ähnliches und bei meinem Hoster werden auch keine Logfiles angelegt (das habe ich extra ausgeschaltet). Gut, letzteres kann man nicht wissen, aber alles andere sollte eine oberflächliche Analyse der Seite durchaus zu Tage fördern. Es werden dort also keine personenbezogenen Daten gesammelt und die DSGVO hat keinerlei Auswirkung.

Insofern habe ich das Angebot eine „kostenlose, von unserem IHK geprüften Datenschutzbeauftragten durchgeführte, gründliche Analyse“ auch nicht angenommen. Genauer gesagt habe ich da gar nicht erst geantwortet.

Gerne würde ich nun hier den Namen dieser Firma veröffentlichen. Ich bin mir aber unsicher welche Kreise dass dann zieht. Falls sich jemand mit so was auskennt, gerne Infos dazu. Oder vielleicht hat ja auch jemand eine Idee an wen man so was weiter mailen kann?

Werde Mitglied bei Digitalcourage e.V.

und fühl Dich super

Ich bin seit Jahren Mitglied bei Digitalcourage e.V. und soeben erreicht mich eine E-Mail, dass sie gerne eine/n Jurist/in in Teilzeit anstellen würden. Ich zitiere mal aus der E-Mail:

Kompetenten juristischen Rat gibt es nicht immer umsonst. Wir brauchen zusätzliches Geld, um eine Juristin oder einen Juristen in Teilzeit mit ins Team zu holen oder auch, um häufiger Anwältinnen und Anwälte zu engagieren, die komplexe Gesetzesvorhaben analysieren, Gutachten schreiben und uns vor Gericht vertreten, um unser aller Grundrechte durchzusetzen.

Zur Zeit haben wir zwei Verfassungsbeschwerden in Karlsruhe laufen. Doch auch in anderen Bereichen lassen wir nicht locker: Wir wollen die Verschärfung der Polizeigesetze in verschiedenen Bundesländern auf Verfassungsmäßigkeit prüfen. Wir wollen herausfinden, wie nützlich das Wettbewerbsrecht ist, um die Übermacht der großen Plattformen und IT-Konzerne zu beschränken. Und wir wollen Datenschutz und Verbraucherrechte gegen datensammelnde Tools, rücksichtslose „Digitalisierung first“-Startups und unsolidarische Versicherungen durchsetzen.

Ich denke das spricht soweit für sich. Ich bin da gerne und aus Überzeugung Mitglied. Und wer es mir gleich tun möchte, kann hier Mitglied werden.

Irgendwas muss ja seinen Enkeln sagen können, wenn die in zwanzig Jahren mit den ganzen unangenehmen Fragen kommen.

Wie dekadent wollen wir sein?

Wer's braucht...

Ich war heute in der Stadt, um ein paar erste Einkäufe für Weihnachten zu erledigen. Im Kaufhof hätte ich heute – und nur heute – ein echtes Schnäppchen machen können: Den Millenium Falcon von LEGO als Sammlerausgabe mit 7.500 Teilen für günstige 649,00 € (statt 799,00 €).

SECHSHUNDERTNEUNDUNVIERZIG EURO FÜR EIN LEGO SPIELZEUG !!!!

Ja, ich bin auch ein Star Wars Fan. Ja, ich finde das auch sehr schön. Und ja, ich kann verstehen, dass es Sammler gibt, die so etwas unbedingt haben müssen.

Aber muss Kaufhof das dermaßen aggressiv allen Mitmenschen unter die Nase reiben? Nicht nur, dass im Kaufhof schon direkt am Eingang damit geworben wird. Das könnte ich zur Not noch verstehen. Nein, das begegnet mir auf diversen Plakaten in der Innenstadt, in der U-Bahn auf den Videoleinwänden alle 10 Minuten und auf den großen elektronischen Displays entlang der Inneren Kanalstrasse dann auch noch mal.

Bei mir kommt da diese Botschaft an:

„Seht her liebe Leute, wir haben hier etwas, was ein verschwindend geringer Anteil der Bevölkerung gut findet und ein noch geringerer Anteil sich überhaupt leisten kann. Uns ist völlig egal, dass dieses Spielzeug mehr kostet, als die meisten Haushalte für ihre Waschmaschine ausgeben würden, oder etwas anderes, was dringend benötigt wird. Wir finden es eine gute Idee, euch allen zu zeigen, was sich die obere Mittelschicht (also so Menschen wie Merz) zu Weihnachten leisten könnte. Weil die kein Problem damit haben, Geld einfach nur so zum Spaß auszugeben.“

Und um das nochmal deutlich zu machen: Wer das Geld hat und sich das kaufen will, kann das gerne tun. Das finde ich nicht schlimm. Es muss ja jede/r selber entscheiden, wie er oder sie durchs Leben gehen will. Aber dass die Entscheider beim Kaufhof keinerlei Problem damit haben, mit so etwas zu werben, das finde ich einfach nur noch komplett abgehoben und dekadent.

Die banale Schnöseligkeit der Dinge

Kannste Dir nicht ausdenken

Neulich war der digital Native beim Rewe einkaufen. Ja, tatsächlich, auch wenn gerade alle in seiner gentrifizierten Nachbarschaft komplett ausrasten, dass endlich der neue Aldi aufgemacht hat. Die Aufregung kann der digital Native sogar verstehen. Wenn die Wohnung inzwischen so teuer geworden sind, dass man sie nur als DINKS bezahlen kann (Double Inocome, No Kids) […]

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Mein Dank an Frau Reker

für Ihren offenen Brief an Frau Merkel

Wie Sascha Lobo neulich so richtig bemerkt hat: die Mehrheit schweigt zu oft. Ich glaube alleridngs nicht, dass Diskussionen in den sozialen Medien zu irgend etwas führen. Auch glaube ich nicht, dass eine Stimme der Vernunft zwischen hunderten von AfD-Trollen verfassten Kommentaren irgend einen Effekt hat. Aber ich glaube, wir sollten den Leuten den Rücken […]

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Liebe Veranstalter,

und liebe Bands / Musiker,

es mag ja ganz toll sein, was ihr euch alles auf die Fahnen schreibt, sei es nun Independent, D.I.Y, Punk, Hardcore, Gleichberechtigung, Nazis Raus, Vegan oder was auch immer. Und wenn ich mir Mühe gebe, kann ich auch verstehen, warum ihr nicht auf Facebook verzichten wollt. Aber wenn ihr noch nicht mal mehr eine Webseite […]

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Männer die auf Zettel starren

Kannste Dir nicht ausdenken, musste erleben

Die Überschrift ist nicht von mir, sondern der Titel eines sehr lesenswerten Blogartikels von Volker Giesek. Er beschreibt darin überaus treffend und pointiert ein Phänomen, über das ich auch schon längst mal was geschrieben haben wollte, es mir aber jetzt glücklicherweise sparen kann, denn seinen Ausführungen ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. Worum es geht? Nun, […]

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Meine Freunde im DSGVO – Wahn

Bitte nicht unreflektiert einfach alles nachmachen

Bei der DSGVO habe ich ja mit vielem gerechnet. Nur nicht damit, dass ich nun von Unmengen an E-Mails von Freunden, Vereinen und sonstigen Bekannten bekomme. Also von Leuten, die mir hin und wieder Newsletter schicken. Weil ich sie irgendwann einmal darum gebeten habe, oder mich eingetragen habe. Nun schicken mir alle einen Hinweis auf […]

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Bedarf an kompletter Kinderüberwachung?

Track me baby one more time

Ich bin ja seit längerem Mitglied bei Digitalourage e.V. Vor einiger Zeit haben sie auf ihrer Seite über das Projekt „Schutzranzen“ kritisch berichtet. Dabei bekommen Kinder in ihren Schulranzen einen GPS-Tracker. Natürlich nur zum Schutz der Kinder. Ich finde das sowas von Gaga und höchst bedenklich, dass ich mich sehr über die Aktionen von Digitalcourage […]

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