Bernd Stelter-Karrenbauer

Zeit sich zu ändern

Es gibt einen Mini-Eklat über den man hier in Köln im Karneval redet: Bernd Stelter hat bei der Kölner Fernsehsitzung einen Witz über den Nachnamen von Annegret Kramp-Karrenbauer gemacht: „Hätte nicht ein Standesbeamter Frau Kramp-Karrenbauer warnen müssen? Jetzt nennen sie die alle AKK, weil sie den Namen nicht aussprechen können“. Eine Dame aus dem Publikum konnte da nicht drüber lachen und fing an zu pfeifen. Stelter bat sie, dass zu unterlassen, sie kam zu ihm auf die Bühne und sagte ihm: „Männernamen sind immer toll – und Frauennamen sind immer scheiße. Und Doppelnamen sind Doppelscheiße.“ Es kam wie es kommen musste, die Dame musste den Saal verlassen und der WDR schneidet die Szene nun dann aus der Aufzeichnung raus.

Ich finde allerdings die Dame hat recht. Witze über Namen sind ja schon per se völlig daneben. Und Witze über Doppelnamen sind nicht nur komplett daneben, sie sind auch frauenfeindlich. Denn: Noch vor gar nicht so langer Zeit durften Frauen bei einer Heirat ihren Nachnamen nicht behalten, da war der Doppelname die einzige Möglichkeit den eigenen Familiennamen mit in die Ehe zu retten. Darüber Witze zu reißen gehört sich einfach nicht.

Bernd Stelter hätte es so einfach gehabt: Die Abkürzung AKK bietet doch genug Steilvorlagen, um sich über die Idioten lustig zu machen, die keine Namen mit mehr als zwei Silben aussprechen können oder wollen. Aber wohin zielt er? Auf die Namensträgerin. Das ist eine Form von schenkelklopfendem Männerhumor, der so was von letztem Jahrtausend ist, dass ich sehr froh bin, dass sich da allmählich was ändert, wenn auch leider nur langsam.

Oft genug habe ich in Männerrunden bei solchen und ähnlichen Witzen nur peinlich berührt den Kopf geschüttelt oder die Gesichtspalme gemacht. Gesagt habe ich nur selten etwas, immerhin manchmal, wenn es mir allzu dumm wurde.

Ich finde es gut, dass wir in einer Zeit leben, in der wir nicht mehr jeden blöden Spruch einfach so hinnehmen und dass es Frauen gibt, die mutig genug sind, sich hinzustellen und das zu äußern. Das dient mir als Vorbild für die närrischen Tage, die nun vor mir liegen.

Für den Kontext: Meine Mutter hat ihren „Mädchennamen“ sofort wieder angenommen, als das vor einiger Zeit möglich wurde. Ein guter Freund hat den Familiennamen seiner Frau angenommen. Und meine Frau trägt selbstverständlich ihren Familiennamen.

Und zum Schluß – und weil es Karneval ist – noch ein kleiner Witz:

Peter Dumpfbacke geht zur Standesbeamtin und sagt: „Guten Tag, ich würde gerne meinen Namen ändern lassen.“
Sagt die Standesbeamtin: „Das ist nicht so einfach, da müssen gute Gründe vorliegen. Wie heißen Sie denn?“
„Ich heiße Peter Dumpfbacke.“
„Ah ja, ich verstehe. In ihrem Fall ist eine Namensänderung natürlich möglich. Wie möchten Sie denn zukünftig heißen?“
„Frank Dumpfbacke“

Update 4.3.19:
Ich hatte ganz vergessen, welche rückwärtsgewandte Ansichten Frau Kramp-Karrenbauer so vertritt. Um es also ganz deutlich zu sagen: Mein Respekt gilt der Dame, die Bernd Stelter ihre Meinung gesagt hat. Frau Kramp-Karrenbauer hat bisher nichts von sich gegeben, dass mir auch nur einen Funken von Achtung hätte abringen können.

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