Facebook wurde nicht gehackt

und es gab auch kein Datenleck

Bei den aktuellen Enthüllungen rund um den Cambridge Analytica / Facebook Skandal ist es ganz wichtig eine Sache zu verstehen: Die Daten wurden Facebook NICHT gestohlen. Vielmehr waren sie frei zugänglich und das mit dem stillschweigenden Einverständnis von Facebook.

Wer sich selbst ein Bild machen möchte, dem empfehle ich die ausführliche Zusammenfassung von netzpolitik.org, den Kommentar von Sascha Lobo bei spiegel.de (der es auf den Punkt bringt) und die Reaktion von Zuckerberg wie sie bei boingboing.net zitiert wird (absichtlich kein Link auf das Original bei facebook).

Für diejenigen, denen das zu aufwendig ist, hier die wichtigsten Punkte:

  • Facebook hat bis 2014 allen Apps erlaubt, Daten nicht nur über die App-Nutzer sondern auch deren Freunde zu sammeln.
  • Ab 2014 konnten Apps nur noch Daten sammeln, falls die Nutzer zustimmen. Preisfrage: Schon mal eine App genutzt ohne vorher den Nutzungsbedingungen zuzustimmen?
  • In 2015 verlangte Facebook von Cambridge Analytica die Löschung der so gewonnen Daten. Die Zusicherung reichte dann aus, überprüft wurde das anscheinend nicht
  • 2018 stellt sich heraus, dass die Daten nicht gelöscht wurden und erst jetzt wird dann wohl die Löschung durchgesetzt und überprüft.
  • Das Statement „We immediately banned them from using any of our services“ von Zuckerberg vom 21. März 2018 legt nahe, dass bis vor kurzem Cambridge Analytica nach wie vor Zugang zu den Diensten von Facebook hatte.

Was wir daraus lernen sollten:

  • Es werden mehr Daten über uns gesammelt, als wir glauben. Von Unternehmen, die wir z.T. noch nicht einmal kennen.
  • Wenn wir einem Unternehmen erlauben, Daten über uns zu sammeln, haben wir die Kontrolle darüber verloren.
  • Unsere Daten werden nicht nur von denjenigen genutzt, denen wir das explizit erlaubt haben.
  • Unsere Daten haben für diese Firmen einen viel größeren Wert, als wir uns bisher vorstellen konnten. Der Wert ist sogar so groß, dass das Sammeln und Nutzen der Daten für diese Firmen wichtiger ist, als der Schutz unserer Daten.
  • Facebook ist keine gemeinnützige Organisation, die den Menschen helfen will. Facebook will Werbung verkaufen.

Und zu allerletzt: WhatsApp gehört Facebook!

Ihr wisst was ihr zu tun habt. Und eure Ausreden bin ich allmählich echt leid.

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